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Aus urchristlicher Sicht - Nachrichten und Kommentare zum Tagesgeschehen

"Sie werden mich einen Fälscher nennen"


Er hatte den päpstlichen Auftrag, die Bibel zu überarbeiten. Erst später merkte man, dass die Arbeit des Hieronymus aus der Sicht

der Kirche einiges zu wünschen übrig ließ. Doch da war es bereits zu spät ...

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ging Ende Dezember 2003 das »Jahr der Bibel« zu Ende, das von den Kirchen ein Jahr zuvor mit großem Tamtam eingeläutet worden war. Dass dieses Bibeljahr trotz der Medienmacht der Kirchen so wenig Beachtung fand, zeigt, wie sehr sie bereits an Einfluss auf die Menschen verloren haben. Es zeigt aber auch, wie wenig spirituelle Kraft dieses angebliche »Buch der Bücher« heute noch hat. Woran liegt das?

Es hat wohl hauptsächlich damit zu tun, dass die Bibel in weiten Teilen ein Machwerk von Menschen ist, die darin ihre eigenen Interessen und Sichtweisen zum Ausdruck gebracht haben – und diese haben mit dem Willen Gottes meist nur wenig zu tun. Wer die Bibel wirklich liest, der findet darin z.B.:

- blutige Tieropfer, die angeblich Gott befohlen hat;

- angebliche Aufforderungen Gottes zur Hinrichtung von Got-teslästerern oder ungehorsamen Söhnen;

- angebliche Aufrufe Jahwes zum Völkermord an den Feinden Israels.

Die goldeneRegel

Und doch hat die Bibel auch eine andere Seite: Es finden sich darin die Zehn Gebote des Mose; es findet sich auch das Kernstück der Lehre Jesu, die Bergpredigt, zusammengefasst in der goldenen Regel: »Was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihr ihnen zuerst.« Oder anders gewendet: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. In der Bergpredigt finden wir die Aufforderung, sich mit seinem Bruder zu versöhnen, so lange man noch mit ihm auf dem Weg ist, so lange beide also noch als Menschen auf dieser Erde leben. Es steht darin die Ermahnung des Nazareners, zuerst den Balken aus dem eigenen Auge zu entfernen, ehe man mithelfen könne, den Splitter aus dem Auge des Nächsten zu ziehen. Wir sollen also bei einem Konflikt zuerst den eigenen Anteil ansehen und erkennen, dass alles, was uns an unseren Mitmenschen aufregt, gleich oder ähnlich auch in uns noch vorhanden ist. In der Bergpredigt steht auch, dass nur der Mensch einem klugen Mann gleicht, der die Worte Jesu nicht nur hört, sondern in seinem Leben tut. Nur dann hat er sein Haus auf Fels gebaut.

Auf all diese Aussagen konnte der Christus-Gottesgeist, der seit fast 30 Jahren im Universellen Leben wieder durch einen Menschen zu uns spricht, in Seinen ungezählten Offenbarungen aufbauen, er konnte sie vertiefen und ergänzen.

Tieropfer sind Gott »ein Gräuel«

Es gibt aber darüber hinaus noch weitere bemerkenswerte Aussagen in der Bibel – Aussagen, die wohl der Grund dafür sind, dass es den Gläubigen während des Mittelalters Jahrhunderte lang tatsächlich verboten war, in der Bibel zu lesen. Denn es haben sich im »Buch der Bücher« Bruchstücke aus der Lehre der großen Propheten und aus der Lehre Jesu erhalten, die eindeutig belegen, dass die Kirche in vieler Hinsicht den Willen Gottes und die Lehre des Nazareners in ihr Gegenteil verkehrt hat.

Das beginnt schon im Alten Bund: Die damalige Priesterkaste schrieb in die Bücher des Mose hinein, dass man Gott mit blutigen Tieropfern besänftigen müsse. Gleichzeitig finden wir jedoch in der Bibel auch das Gegenteil: Durch die großen Propheten lehnt Gott diese Brandopfer ausdrücklich ab und verurteilt sie, weil sie ihm »ein Gräuel« sind. So lesen wir etwa bei Jeremia: »Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als Ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern, sondern dies habe Ich ihnen geboten: Gehorcht Meinem Wort, so will ich euer Gott sein und Ihr sollt mein Volk sein.«

Widersprüche zuhauf

Was genau dieses »Wort Gottes« sein soll, ist jedoch aus der Bibel mit all ihren Widersprüchen nur noch schwer zu ermitteln. Das gilt auch für das Neue Testament. Denn dort finden sich ebenfalls zahlreiche Stellen, die kritischen Bibellesern in allen Jahrhunderten aufgefallen sind. »Ihr sollt niemanden euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist«, lesen wir da. Der Papst lässt sich trotzdem »Heiliger Vater« nennen. »Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen«, steht in der Bibel. Die Kirche hat aber in ihrer Geschichte immer den Krieg gerechtfertigt, wenn er ihr genützt hat. »Ihr sollt keine Schätze ansammeln, die Motten und Rost fressen«, sagt Jesus in der Bibel. Die Kirche aber hat bis heute unermessliche Schätze auf Kosten des Volkes angehäuft, von ihrer Macht ganz zu schweigen. Und so könnte man weitermachen. Da drängt sich doch die Frage auf: Weshalb sind all diese wahren Sätze und noch andere trotz kirchlicher Überarbeitung in diesem Buch geblieben?

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Zeitschrift "Das Friedensreich"

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