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Wen locken Sexualduftstoffe an?
»So mancher Mann tut´s jede Woche, Frauen machen´s immer öfter«, heißt es in einem Artikel der Neuen Grazer (Pheromon-Boom 22.8.) – nämlich mit Hilfe von Sexualduftstoffen, den Pheromonen, die eigene sexuelle Anziehungskraft zu erhöhen. Normalerweise produzieren Menschen und Tiere körpereigene Pheromone, um auf natürliche Weise auf das eigene Fortpflanzungsverhalten einzuwirken. Die Kosmetik-Industrie und die Massentierhaltung machen sich dies nun zunutze: Pheromone werden im Schweine- oder Kuhstall versprüht, Parfüms und Sonnenmilch mit künstlich hergestellten Pheromonen versetzt. Fragt man in einer Drogerie nach, zuckt der Verkäufer jedoch oftmals die Schulter. Die »An-Turner«, wie sie auch heißen, werden dort noch kaum angeboten. Pheromon-Zusätze stehen allenfalls im Kleingedruckten auf der Parfümflasche. Noch muss sich der Kunde die »heiße Ware« also aus Toiletten-Automaten ziehen oder im Erotik-Shop besorgen, wo die Pheromone in diesem Jahr dem Bericht aus Österreich zufolge zum »Bestseller« aufgestiegen sind. 55 % der Kunden sind Männer, 45 % Frauen, bilanziert die Branche, viele »weit über 60 Jahre alt«. »Ich habe Kundschaften, die kaufen sich sogar jede Woche eine Flasche Pheromon-Parfüm«, erzählt Geschäftsführer Kurt G. der Neuen Grazer. Und er fügt hinzu, dass die künstlich hergestellten Pheromone »die exakt gleiche Wirkung wie natürliche haben«. Er selbst könne den »Erfolg« bestätigen.
Was dem einen sein »Erfolg« ist, kann dem anderen sein Schaden sein: Manipulierte Entscheidungen, Streit und Enttäuschungen, ungewollt gezeugte Kinder bis hin zu Sexualverbrechen. Auch die Tiere erleiden Schaden: Viele Nachkommen bedeuten viele »Schlachttiere«. Und nachdem der in den Ställen versprühte Fortpflanzungsdunst in Wald und Flur entwichen ist, manipuliert er offenbar auch das Fortpflanzungsverhalten von Wildtieren, woraufhin man den Jäger auf sie ansetzt. (dp)

aus der Zeitschrift
»Das Friedensreich«
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